Deutsches Rotes Kreuz stellt gefördertes Beratungsmobil vor

Deutsches Rotes Kreuz stellt gefördertes Beratungsmobil vor

Soziale Isolation im Alter? Fehlanzeige mit dem neuen Angebot des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes: ein Beratungsmobil ist nun offiziell auf Eichsfelder Straßen unterwegs, um Senioren, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in Fragen zum Thema Pflege zu beraten.

Das Beratungsmobil wurde offiziell am Donnerstag, den
27. September 2018 im DRK Seniorenzentrum in Leinefelde-Worbis vorgestellt. Die Idee ist simpel und einmalig in unserer Region: Ehrenamtliche fahren direkt zum Wohnhaus oder zu zentralen Plätzen in den Dörfern und besuchen Ältere damit an einem neutralen Ort.

Themenschwerpunkte der Gespräche sind entweder Kostenreduzierungen bei der Pflege, Pflegehilfsmittel und deren Beschaffung, praktische Tipps für den Alltag oder Hilfestellung beim Ausfüllen von Formularen und Behördengängen. Ein barrierefreier Zugang über eine Rampe ist gewährleistet. „Ausgestattet mit einer mobilen Küche können sich Senioren und ehrenamtliche Helfer frei und ungezwungen bei einer Tasse Kaffee über Fragen oder zu Problemen in der täglichen Versorgung austauschen“, erklärt Gerd Reinhardt, Präsident des DRK Eichsfeld, die Vorteile. Auch Angehörige finden Zugang zu kompetenten Ansprechpartnern und können am Netzwerk von Pflegebegleitern im Kreisverband profitieren, Kontakte knüpfen und eventuell Entlastung finden. Das Projekt verfolgt das Ziel, die Kommunikation und das Zusammentreffen in der ländlichen Struktur des Eichsfelds zu fördern.

Dank der Unterstützung durch die Regionale Aktionsgruppe (RAG) Eichsfeld konnte das Projekt mit LEADER Fördergeldern realisiert werden. Zur Stärkung der Region wurde eine Summe von über 25.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit wurden 65% der Gesamtkosten für die Anschaffung übernommen. Die Gremien der RAG waren schnell vom Konzept überzeugt und würdigten den Mehrwert der Projektidee für das Eichsfeld. „Schließlich ist es auch ein guter Ansatz, um den demografischen Wandel auf den Dörfern zu entgegnen“ freut sich Katrin Oberthür vom LEADER-Regionalmanagement. Das Projekt soll mindestens 10 Jahre laufen.

Das Projekt ist vor dem Hintergrund entstanden, dass die Mobilität Älterer oft unterschätzt wird. Soziale Kontakte können dadurch im Alter häufiger abreißen und führen zur Isolation. Oftmals, wenn der Bedarf des täglichen Lebens wie das Einkaufen oder Arztbesuche nicht mehr selbstständig gemeistert werden können, sehen sich viele zum Einzug in ein Pflegeheim bzw. Seniorenzentrum gezwungen. Dabei ist es der Wunsch vieler, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnhaft zu bleiben. Das Beratungsmobil bietet dafür eine vielseitige Unterstützung.

Derzeit läuft der aktuelle Projektaufruf für die LEADER-Förderung. Interessenten können sich auf der Website www.rag-eichsfeld.de informieren und bis zum 30.10.2018 beim Regionalmanagement melden. Ansprechpartner sind Daniel Fiedler von der Thüringer Landgesellschaft (0361/4413139) und Katrin Oberthür von den Eichsfeldwerken (03606/655103).