Die RAG Eichsfeld blickt auf LEADER-Jahr 2018 zurück

In ihrer jüngsten Mitgliederversammlung am 19.11.2018 schauten die Vertreter der ARGE – Entwicklungspartnerschaft Eichsfeld zufrieden auf das Förderjahr 2018 sowie auf die Vielzahl der bewilligten und umgesetzten Projekte zurück. Die Verantwortlichen des Landkreises Eichsfeld und des Vereins Eichsfeld Aktiv, die sich gemeinsam die ländliche Entwicklung der Region Eichsfeld mit Hilfe des Förderprogramms LEADER auf die Fahnen geschrieben haben, blickten auf ein Jahr voller Maßnahmen und Aktivitäten zurück.

Neben den umgesetzten Projekten, einer spannenden Projektbereisung und der derzeit stattfindenden Qualifizierung der Regionalen Entwicklungsstrategie hat vor allem die Selbstevaluierung einen großen Stellenwert im Förderjahr eingenommen. Im Ergebnis kann dabei insgesamt eine überwiegend positive Bilanz gezogen werden. So zum Beispiel konnte festgestellt werden, dass die anfangs gesetzten Ziele und Handlungsfelder nach wie vor von hoher Aktualität sind und die RAG Eichsfeld auf ein breites Portfolio von stabilen Arbeits- und Organisationsstrukturen zurückgreifen kann. Die Mitglieder der Beratungs- und Entscheidungsgremien bilden ein breites gesellschaftliches Spektrum ab und lassen ihre spezifische  Fachkompetenz in den Auswahlprozess mit einfließen. Nicht zuletzt schafft auch das Regionalmanagement eine positive Arbeitsatmosphäre, die zur Erreichung der gesteckten Ziele im zeitlichen Rahmen wesentlich beiträgt.

Damit die Arbeit der RAG künftig noch reibungsloser und effektiver gestaltet werden kann, wurden folgende Handlungsempfehlungen formuliert: 

Handlungsfelder belassen und weiter mit Projekten untersetzen
Die gesetzten Handlungsfelder sollten im gegebenen Rahmen beibehalten werden. Alle relevanten Aspekte werden durch diese abgebildet und mit Projekten gestützt. Gleichwohl sind Überlegungen anzustellen, einzelne Handlungsfelder stärker in den Vordergrund zu rücken. Themenworkshops könnten der Förderung einzelner Handlungsfelder dienlich sein. Eine Gleichverteilung der Projekte ist nicht gezielt anzustreben, da dies keinen nachweislichen Nutzen bringt. 
 
Zusammenarbeit der RAG-Gremien weiter verbessern
Um eine erfolgreiche Fortführung der Zusammenarbeit und des Austauschs der Mitglieder von Vorstand und Fachbeirat zu erzielen, ist die Durchführung von Gemeinschaftsaktionen, wie Bereisungen zu geförderten Projekten, weiterhin anzustreben.
 
Öffentlichkeitsarbeit weiter vorantreiben
Eine verständliche Erklärung des LEADER-Begriffes im Allgemeinen sowie eine weitere Verbreitung des LEADER-Ansatzes wären sinnvoll. Die bisherigen Maßnahmen zur öffentlichen Kennzeichnung von LEADER-Projekten sind weiter zu nutzen. Für den zukünftigen Prozess wird empfohlen, die Printmedien aktiv mitzugestalten, um den LEADER-Begriff häufiger in der Presse zu manifestieren. 
 
Entscheidungsgremien stärken
Die generelle Zusammensetzung der beiden Entscheidungsgremien im Eichsfeld ist wie bisher zu belassen. Alle wesentlichen Akteure der Region sind vertreten. Im Hinblick auf zukünftige demografische Entwicklungen muss eine rechtzeitige Nachwuchsgewinnung angestrebt werden. Im Vorstand wäre die Etablierung eines weiblichen Vorstandsmitglieds angesichts eines besseren Geschlechterverhältnisses sinnvoll. Die Sitzungen des Fachbeirats könnten zukünftig bei potentiellen Projektträgern vor Ort stattfinden und uhrzeitlich an die Arbeitszeiten der Mitglieder angepasst werden.
 
Vernetzung des Regionalmanagements erhalten
Die bestehenden Vernetzungen des Regionalmanagements in die Region sind sehr gut. Die Beziehungen zu wichtigen Gruppierungen und Akteuren werden gepflegt. Für die zweite Hälfte der Förderperiode werden eine Sicherung dieses Zustands sowie ein weiterer Ausbau empfohlen. Beim Auftreten neuer Akteure sind diese umgehend mit der RAG vertraut zu machen und in die bestehenden Prozesse zu integrieren.
 
Informationsfluss zwischen den Gremien stärken
Die Kommunikation der beiden Gremien untereinander sollte im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit noch weiter verbessert werden. Informationen von einem zum anderen Gremium müssen beschleunigt und vereinfacht werden. Zielsetzung sollte sein, einen reibungslosen Informationsfluss von und für alle Beteiligten zu schaffen, um spätere Rückfragen und unterschiedliche Kenntnisstände zu vermeiden. 

Beachtung zusätzlicher Fördermöglichkeiten aufgrund des begrenzten Budgets
Im Zuge des begrenzten Budgets sowie der Tatsache, dass nicht alle eingereichten Projekte zwangsläufig über LEADER förderfähig sein müssen, sollte in der RES ein Überblick über weitere Fördermöglichkeiten gegeben werden. Somit könnte das Regionalmanagement leichter auf andere Programme verweisen.
 
Bewertung des Umsetzungsstands der RES anpassen
Im Zuge der Zielfortschrittsanalyse wurde ersichtlich, dass eine Trennung der Handlungsfeldziele in folgende Rubriken zu empfehlen ist: Einerseits solche Ziele, die durch das stetige Monitoring der RAG in ihrem Fortschritt konkret erfasst und beurteilt werden können. Diese sind mit genauen Zielvorgaben (wie bisher) zu versehen. Andererseits Ziele, deren Umsetzung elementar für die Entwicklung der Region ist, deren Fortschritt sich durch das Monitoring des LEADER-Prozesses allerdings nicht erfassen und darstellen lässt. Diese sind ohne konkrete Zahlenvorgaben auszuführen.
Ohne diese Unterteilung ist eine verzerrte Darstellung des gesamten Umsetzungszustandes zu erwarten. Für eine erfolgversprechende Umsetzung aller in der RES gesetzten Ziele bedarf es vieler Faktoren. Die in der RAG Eichsfeld bestehenden Strukturen dienen als Grundgerüst für eine solide Arbeit. Im Rahmen der Selbstevaluierung konnte festgestellt werden, dass die Handlungsfelder aktuell sind, das Regionalmanagement effektiv arbeitet, die Gremienarbeit mit Motivation geleistet wird und die Ergebnisse vielversprechend sind. Mit diesem soliden Fundament kann sich die Regionale Aktionsgruppe im Eichsfeld auch für die kommende Förderperiode gut aufgestellt sehen.